Denkmaltag und Burgmarkt in der Wasserburg Niederroßla - Wasserburg Niederroßla

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EVENTS

Burgmarkt in Niederroßla - seit 2012 zum Denkmaltag vor der Wasserburg

Auf Initiative Niederroßlaer Bürger kam eine neue Veranstaltung für die Gemeinde zustande: Ein Burgmarkt als Rahmenprogramm des alljährlichen Kreisdenkmaltages im Weimarer Land sollte Besucher in die Wasserburg locken und gleichzeitig Spenden aus Erlösen der Einnahmen erzielen. Angeboten wurde alles, was in Niederroßlaer Haushalten übrig war, außerdem Selbstgebautes oder Selbsterzeugtes. Das Konzept kam an und sorgte jedes Jahr für mehr Zuspruch aus Nah und Fern. Der Erlös des Marktes, nach Abzug der Selbstkosten, wurde für die Erneuerung von Fenster oder Türen in der Burg verwendet. Ab 2015 tritt der Burg- und Heimatverein selbst als Veranstalter des Burgmarkes auf.  

Hier noch ein paar Impressionen vom Burgmarkt am 09. September 2018. (Bilder: Angelika Reimann und Hartwig Mähler, Niederroßla)

Immer wieder Staunen an der Wasserburg Niederroßla

7. Burgmarkt an Deutschlands höchstem Bergfried
Ob nun die Radler auf dem Ilmtal-Radweg von Großheringen, Bad Sulza oder entgegengesetzt aus Weimar kommen – das große Staunen setzt immer wieder ein.
Kaum dass die Muskeln und immer mehr die kleinen e-Motoren am Rad zur Ruhe gekommen sind, schaut man ungläubig hinauf zu der 57 Meter hohen Spitze am Turm, dem Bergfried. Er trägt den Namen nicht vom Berg, weil ja eine Wasserburg meist auch eine Niederungsburg ist. Der Name kommt von Beherbergen, vom Schutz bieten, wenn Gefahren drohen.
Seit Mai 2018 ist fast jeden Sonntag von 11 Uhr die Burgwache geöffnet. Das haben die Radtouristen längst und gern angenommen, denn es gibt lecker Kuchen nebst Kaffee und natürlich auch etwas gegen den kleinen Hunger und Durst. Inklusive sind die Burgführungen, die alle Stunden stattfinden. Kleine Führungen durch die Räume sind auch gefragt, weil man ja auf der „Durchreise“ ist.
Und schon befindet sich der Besucher mitten in einer Zeitreise, die für die Burg etwa 996 begann. Urkundlich zweifelsfrei ist die Wasserburg erstmals 1119 in einer Urkunde erwähnt. Das trifft auch auf Apolda zu, doch ist dies in einer anderen Urkunde erwähnt. Offensichtlich ließ der Edelfreie Diethmarus von Roßla die Burg erbauen. Er entstammte einem fränkischen Adelsgeschlecht und unterstrich seine Macht und Gebietsansprüche mit dieser Burg, sehr günstig im Schutz des Ilmbogens und nochmals gesichert durch einen bis zu 30 Meter breiten und sechs Meter tiefen Wassergraben. Wie sie lebten ist kaum überliefert, nur dass das Geschlecht 1371 ausstarb ist festgehalten.
Schon wieder ist Niederroßla dem kleinen benachbarten Apolda nahe, als 1384 Burchard Vitzthum die Burg übernimmt und 1447 Apel von Vitzthum III. hier seinen Stammsitz ausbaut.
Zum Glück müssen die Besucher sich solche Daten nicht einprägen, denn die sind auf einer Internetseite aufrufbar. Amüsanter sind die Geschichten um den indischen Elefanten Miss Baba, die ja Niederroßla zu „Kitzelbach“ werden ließen. Unheimlich die Geschichte um den Blutfleck und Landgraf Wilhelm III., der Katharina von Brandenstein in 2. Ehe hier heiratet und seine Frau auf die nahe Kaiserburg nach Eckartsberga verbannt. Damit kam die Wasserburg in die Hände der Wettiner, denn nach dem Thüringer Bruderkrieg 1446 bis 1451 wurden die Vitzthums nach Böhmen verjagt. Vordem verzichteten sie auf ihren Besitz auch in Niederroßla.
Die erste Frau von Wilhelm III. übermalte das Porträt ihres bösartigen Gatten mit ihrem Blut und wollte so ein Zeichen setzen.
Viel freundlicher wurde es 1485 als Prinzessin Margarete, jüngste Tochter des Kurfürsten Ernst von Sachsen, beachtliche 19 Monate mit ihrem Hofstaat die Burg vereinnahmte und fein säuberlich Buch führte. So ist heute nachvollziehbar, was man so zu Hofe speiste und woher der köstliche Wein kam. Eine tolle kulinarische Reise in die Geschichte. Das Anwesen gehörte dann bis 1603 zum Herzogtum Sachsen/Altenburg, bis das Amt 1672 zum Herzogtum Sachsen/Weimar kommt.
Als Amt wird Niederroßla erstmals 1447 erwähnt, wozu übrigens schon damals 30 Gemeinden gehörten. Ilmtal-Weinstraße ist also geschichtlich gesehen, ein würdiger Nachfolger.
Herzog Ernst August zu Weimar trägt die Verantwortung für erhebliche Umbauten. Ja, und bereits 1738 wird von dem 57 Meter hohen Turm mit Spitzdach gesprochen.
Zur jüngeren Geschichte gehört der Einsturz der Nordwand am 01. April 2008. Recht schnell wurde klar – kein Aprilscherz. Und erneute Herausforderung für den Burg- und Heimatverein. Die Besucher können das Ergebnis sehen; die wieder aufgebaute Nordwand grenzt an den bisher nicht genutzten Ostflügel. Eine anspruchsvolle Baustelle auf Zeit. Für die Zukunft ist dort ein Museumsbereich vorgesehen.
„Mit dem 7. Burgmarkt in Niederroßla, am Sonntag, dem 09. September 2018 von 10 bis 17 Uhr wird der Erlös für die Restaurierung eines Fenstergewändes im Ostflügel verwendet“, versichert die Vorsitzende des Burg- und Heimatvereins Angelika Reimann.
Natürlich gibt es wieder Führungen mit vielen Geschichten und wenigen Zeitdaten. Zahlreiche Besucher, die voller Spannung auf den Burgmarkt sind, wollen nach dem Kennenlernen der Burg erneut kommen. Vielleicht grüßt eine Prinzessin die Besucher? Auf jeden Fall wird Wilhelm III. dabei sein, wenn auch nur auf einem Gemälde – dem ersten in einer zukünftigen Reihe von Persönlichkeiten, die im Schloss verweilten und Geschichte schrieben.

(Text: Hartwig Mähler, Niederroßla)

Vorschau auf den nächsten Burgmarkt


Unser 8. Burgmarkt findet zum Denkmaltag am 8. September 2019 von 10-17 Uhr statt. Wir freuen uns auf ihren Besuch!


Das Motto des Denkmaltages 2019 lautet: "Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur"

(Der Flyer auf der rechten Seite ist noch vom Burgmarkt 2018)
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