Sagen und Geschichten rund um die Wasserburg Niederroßla - Wasserburg Niederroßla

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SAGEN UND GESCHICHTEN

Sagen und Geschichten rund um die Wasserburg Niederroßla

Schwestertochter Luthers in Niederroßla

Belegt durch ein Schriftstück ist die Tatsache nicht, dass Martin Luther in Oberroßla weilte, wenn auch Anzeichen dafür sprechen. So muss das auch für Niederroßla gesagt werden. In einem Heft von Rektor a.D. Walter Schulz (12 Ausflüge in die Umgebung von Apolda, 1929) wird sogar davon berichtet, dass Dr. Martin Luther mehrfach hier weilte. Dies hätte wahrlich auch einen Grund gehabt. Eine Schwestertochter (Nichte) Dr. Martin Luthers, Margarete Mackerodt, war an den Amtsschlösser Samuel Kästner in Niederroßla vermählt. Das Grabdenkmal findet sich noch heute im Altarraum der Kirche.

Es trägt folgende Inschrift:
Martinus Luther weltbekannt,
Seine Schwester Dorothea genannt,
Paul Mackerodt vertrauet war,
Im Ehestand mich mit eingebar.
Mein Nam` Margareth anzeiget fein,
Mei Keuschheit wie ein Perlen rein,
Mei Ehma (Ehemann) Samuel Kestner war,
Mit dem lebt ich 23 einhalb Jahr.
Acht Kinder uns bescheret Gott,
Zwei wieder abgefordert hat.
Als man nu 74 zehlt (zählt),
Den 6. April Mein Gott gefelt (gefällt),
Mich auch nach Meim Schmerze groß,
Zu Sich abholt in Seinen Schoos.
Der Leib in der Erde leit,
Die Sele (Seele) lebt in Ewigkeit.

1540 schreibt Luther, dass er der Kleinen einen schönen "heiligen Christ" mitbringen wolle und in Oberroßla eine evangelische Predigt halten werde.

In der Kirche zu Oberroßla stand eine mächtige Statue: Luther mit der Bibel, eine Nachbildung der Rietschelschen Lutherstatue in Worms (Rietschel schuf auch das Goethe-Monument in Rom), ein Geschenk des weil. Diakonus Dr. Schwabe in Apolda. Auf der linken Altarseite befanden sich (noch 1929) zwei Bilder: Luther und Melanchthon. Diese schenkte der Hofprediger Meiße in Weimar, der früher Pfarrer in Oberroßla war, 1595 der Kirche. Um das Lutherbild rankt sich eine Legende. Das seltsame Ereignis führte zur Prägung einer Luthermedaille (1705). Auf dem Avers ist in einem Chronodistichon (Versform) das "Wunder" mitgeteilt. Auch Dieter Ullmann (Kirchen in und um Apolda, Wartburg Verlag, 1991) beschreibt im Text zur Kirche Oberroßla, dass eine Lesekanzel im Original vorhanden sei, von der gesagt wird, dass Martin Luther bei seiner Durchreise in Oberroßla auf ihr gepredigt haben soll. Die an der Lesekanzel sehr schönen Rankenmuster werden aber eher als Renaissanceformen der Zeit um 1600 zugeschrieben, so dass fraglich bleibt, ob der Reformator wirklich hier und zu dieser Zeit gepredigt hat.

Das Lutherjahr 2017 wird ein willkommener Anlass werden, profunde Kenner in die Nachforschungen einzubeziehen.
Eine weitere Geschichte zum von Kroaten geraubten Lutherbild, entführt nach Mattstedt und ist weithin erzählt worden.

Zusammengetragen und Bearbeitet von Hartwig Mähler, Niederroßla

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